Falkenkamera 2018

Liebe Besucher der Falkenkamera!

Donnerstag, 02.08.2018:

Ende der Brutsaison bei unseren Falken!

Heute wurden die Live-Kameras im Kirchturm abgeschaltet, da sich am Nistplatz nichts mehr ereignen wird. Über den Winter werden wir das System warten, sodass es im nächsten Frühjahr wieder einsatzbereit ist.

Über die letzten 3 Tage vor Ausfliegen der Jungfalken wird ausführlich im untenstehenden Beitrag berichtet, inklusive Video.

Bis zur nächsten Brutsaison im Frühjahr 2019 verabschiedet sich
das Falkenteam Leni Bullock, Christoph Grissemann und Gerhard Tilg!

 


Dienstag, 31.07.2018:

Die letzten Tage am Falkenbrutplatz waren sehr aufregend. Nach immer wilderen Flugübungen auf dem Fensterbrett und vielen Kletterversuchen auf dem Drahtgitter, welches das Dreiecksfenster gegen das Innere des Turms abschließt, war am Samstag klar geworden: lange halten es die vier Jungvögel dort oben nicht mehr aus. Und so kam es auch: Am Sonntag früh, nach ausgiebigem Flügelschlagen in der Morgensonne, hob der erste Vogel um 8h10 ab und entschwand in die freie Luft, am 34. Tag nach dem Schlüpfen aus dem Ei. Im Laufe des Vormittags kletterten zwei weitere Jungvögel in ihrem Tatendrang immer wieder am Gitter hinauf und fanden schließlich, offenbar in der obersten Spitze des Fensters, eine Lücke, durch die sie sich ins Innere des Turmes zwängten. Während der eine von den beiden bald darauf am Ostfenster wieder erschien, fand der andere auch nach mehreren Stunden keinen Ausweg mehr. Eine aufmerksame Beobachterin entdeckte schließlich auf einem Kamerabild, dass sich immer wieder von oben her ein Schnabel und ein halbes Köpfchen zeigte sowie lautes Getrappel und Rufen von oben zu hören war. Der verschollene Jungvogel war vermutlich von innen auf das Dach des Brutkastens geflogen und versuchte vergeblich durch den Spalt zwischen Mauerwerk und dem Deckbrett hinunter zu seinen Kameraden zu gelangen. Da er da dort nicht von den Altvögeln versorgt werden konnte, musste eine „Rettungsaktion“ gestartet werden. Zwei von uns kletterten erneut in den Turm hinauf, um durch das Lösen eines Brettes einen Ausweg zu schaffen, den der „in der selbst gesuchten Falle“ sitzende Vogel leicht finden würde. Tatsächlich saß bei unserer Ankunft im Turm der „Gefangene“ hoch im Gebälk, flüchtete aber gleich in einen Spalt, aus dem er glücklicherweise von uns herausgegriffen werden konnte. Durch die neu geschaffene Öffnung flog er ins Freie. Da sein draußen auf dem Fensterbrett wartendes Geschwister bei unseren ihm ungewohnten Geräuschen ebenfalls sofort abgeflogen war, wurde die Gelegenheit genutzt, die Klappe des Kastens zu öffnen und schnell die völlig durch Kot verschmutzten Linsen der Kameras zu putzen. Wieder unten im Kirchhof angekommen, konnten wir die Altvögel beobachten, die bereits wieder mit Beute im Schnabel um den Turm kreisten. Diese realisierten aber sofort, dass auch die letzten beiden Jungen inzwischen das Nest verlassen hatten. Sie würden nun diese in der Umgebung verstreut suchen müssen, was ihnen mit Hilfe der Rufe der Jungen wohl bald gelingen würde. Interessant ist, dass zwei der Ausflügler aber bereits zwei Stunden später wieder zum Nistplatz auf dem Turm zurückgekehrt sind. Überraschenderweise kehrte am darauffolgenden Montag Morgen auch der dritte und schließlich am Dienstag früh auch noch der vierte Jungvogel zum Nistplatz zurück. Am selben Tag aber, dem 31.07.2018, beendeten die Jungfalken schließlich ihren Aufenthalt im Turm. Bis Mittag entschwand erneut einer nach dem anderen, bis auch der vermutlich Jüngste, der noch einige Stunden allein ausharrte, um 17h08 zum letzten mal von den Kameras erfasst wurde.

Da die Jungfalken noch einige Wochen von ihren Eltern versorgt werden, kann es leicht sein, dass wir dem einen oder anderen noch irgendwo im Dorf oder auf den Feldern von Mils begegnen werden.

Hier noch eine Videozusammenstellung der letzten 3 Tage vor dem Verlassen des Nestes:


Mittwoch, 25.07.2018:

Heute ist schon der 30. Tag nach dem Schlüpfen des ersten Kükens. Die vier Jungen Falken halten sich nur mehr wenig im Nistkasten auf. Die meiste Zeit tummeln sie sich draußen auf dem Fensterbrett. Das Federkleid ist schon voll ausgebildet und ähnelt sehr dem der Mutter (erst Monate später, nach der ersten Mauser, wird man weibliche und männliche Jungvögel voneinander unterscheiden können).
Während sie auf Futter warten üben sie häufig und kräftig ihre Flügel, denn bald werden sie sie brauchen! Wenn ein Altvogel Futter bringt, stürzen sich alle vier Jungen auf ihn, aber nur einem gelingt es, die Beute zu entreissen. Der Vorgang vollzieht sich in Sekundenschnelle (s. Video). Der glückliche Sieger schlüpft sofort hinein in den Kasten um dort unbehelligt von seinen Geschwistern zu fressen.
In wenigen Tagen wird sich der erste Jungvogel zum erstenmal in die freie Luft hinaus wagen und fliegen. Wir sind gespannt, ob ihm die anderen gleich folgen werden oder ob dies etwas verzögert in der Reihenfolge des Schlüpfens geschieht. Interessant wird auch sein, ob sie dann zum Füttern und zum Übernachten wieder zurück auf den Turm kommen oder gleich für immer draußen im Feld oder Wald bleiben? Auf jeden Fall werden sie noch einige Wochen von den Altvögeln mit Nahrung versorgt, bis sie gelernt haben selbst zu jagen!


Montag, 16.07.2018:

Im Nistkasten geht es immer lebhafter zu. Ständig wechseln die Jungen ihren Platz. Am liebsten drängeln sie sich jetzt in der Nähe des Fluglochs, um auf einen der futterbringenden Altvögel zu warten. Das Filmen der kleinen Falken wird dadurch schwieriger, da sie dort außerhalb des Schärfebereichs der Kameras sind oder gar vollkommen die Sicht verdecken, wenn sie sich direkt vor einer Kameralinse bewegen. Zudem werden dabei auch noch die Linsen bekleckert.
Das Futter wird den Altvögeln begierig bereits am Flugloch abgenommen, da die Jungen immer erfolgreicher versuchen, selbständig Beute zu zerlegen. Heute ist eines der Jungen, vermutlich das am stärksten entwickelte Erstgeschlüpfte (am 25.5.) zum ersten mal über die Barriere hinaus auf das Fensterbrett gehüpft. Hoffentlich hat es instinktiv vorläufig noch Respekt vor dem Abgrund!


Samstag, 14.07.2018:

Diese Video-Zusammenstellung zeigt eine Auswahl von Fütterungsereignissen an einem einzigen Tag (Fr, 13.07.2018)


Samstag, 07.07.2018:

Das untenstehende Video zeigt zwei Fütterungsszenen vom 30. Juni 2018.
Das Wachstum der jungen Falken schreitet zügig voran, was man täglich in den Live-Bildern verfolgen kann. Heute tragen die Jungen noch ihr weißes Dunenkleid, die ersten Federkiele sind aber schon zu sehen.


Freitag, 29.06.2018:

Nach genau 30 Tagen Brutzeit schlüpfte das erste Junge am Vormittag des 25. Juni. Das zweite folgte am Nachmittag. Mit großer Begeisterung konnten die Kinder der Volksschule das Ereignis am Bildschirm beobachten. Schon 1 Stunde nach dem Schlüpfen wurden die Jungen mit winzigen Häppchen typischer Falken-Nahrung versorgt. Das dritte Junge schlüpfte am 26.Juni, das vierte am 27. Juni.

Die beiden Videos zeigen einige Szenen aus der Brutzeit und die ersten 3 Tage nach dem Schlüpfen.
Wenn nicht gerade die Glocken läuten, dann hört man das feine Piepsen der Falkenjungen.


Mittwoch, 06.06.2018:

Am 24., 26., 28. und 30. Mai legte das Falkenweibchen fast genau im 48-Stunden-Takt jeweils ein Ei. Damit ist das Gelege mit vier Eiern nun vollständig. Das Weibchen hat ab dem dritten Ei mit dem Brüten begonnen. In dieser Zeit wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt, welche aus zwei, drei oder manchmal sogar aus 4 Beutetieren pro Tag besteht. Hauptsächlich werden Wühlmäuse gebracht, manchmal auch eine Eidechse oder eine Blindschleiche.

Das Weibchen nutzt die Ruhezeit des Brütens, in der es nicht auf die Jagd gehen muss, zum Wechseln des Federkleides (es „mausert“). Deshalb sehen wir immer wieder Federn im Nistkasten liegen.

Während der Brutzeit verlässt das Weibchen nur selten das Nest. Dieses wird dann vom Männchen bewacht. Das Männchen beteiligt sich heuer kaum beim Brüten, im Gegensatz zum Männchen im letzten Jahr. Das lässt vermuten, dass es sich nicht um dasselbe Falkenpaar vom letzten Jahr handelt.

 


Donnerstag, 24.05.2018:

Heute um 14:15 Uhr legt das Falkenweibchen das erste Ei. Von diesem Ereignis gib es nun einen kurzen Video-Clip. Aus unserer Erfahrung vom letzten Jahr wissen wir, dass nun im Abstand von 2 Tagen jeweils ein weiteres Ei zu erwarten ist. In der Regel legt das Turmfalkenweibchen etwa 3 bis 5 Eier. Danach wird die Brutzeit etwa 30 Tage dauern. Wenn alles gut geht, erwarten wir das Schlüpfen der jungen Falken Ende Juni.

 


Mittwoch, 23.05.2018:

In den vergangen Tagen waren beide Falken sehr häufig im Nistkasten zu beobachten. Darüber haben wir nun ein Video zusammengestellt, inklusive Ton!

 


Dienstag, 15.05.2018:

Nachdem sich die Falken seit dem 7. Mai nicht mehr eingefunden hatten, freuen wir uns umso mehr, dass sie sich heute mehrfach im Nistkasten gezeigt haben. Ihr Verhalten lässt uns hoffen, dass sie nun dauerhaft bleiben und brüten.

 


Donnerstag, 10.05.2018:

Nachdem wir nach dem ersten Besuch der Falken am 19. April euphorisch die Ankunft der Falken feierten, kehrt nun etwas Enttäuschung bei uns ein:

Das Falkenpärchen hatte sich in der Woche vom 23. bis 28. April mehrmals beim Nest eingefunden. Nun aber sind sie schon längere Zeit ferngeblieben.
Am 7. Mai um 17:45 Uhr haben wir sie zuletzt beobachtet: Das Männchen versuchte das Weibchen zum Nest zu locken, jedoch ohne Erfolg. Seit diesem Zeitpunkt wurden sie nicht mehr beim Nest gesehen.

Sobald wir etwas Neues von den Falken sehen oder hören, melden wir uns natürlich sofort mit aktuellen Bildern.

 


Donnerstag, 19.04.2018:

Pünktlich um 10:00 Uhr vormittags schaut unser Turmfalkenweibchen bei uns im Kirchturm von Mils vorbei und betritt vorsichtig und nur ganz kurz sein Nest vom letzten Jahr.

So ganz scheint sie der Sache noch nicht zu trauen. Wahrscheinlich wegen der technischen Einrichtung und dem neuen ungewohnten Bodenbelag in ihrem Nest.

Nun können wir nur hoffen, dass ihm die neue Einrichtung gefällt und das Falkenpärchen heuer wieder brütet. Wo bleibt wohl das Männchen?

Schöne Grüße,
Mils im Bild & das Falkenkamera-Team

Ein Projekt der Gemeinde Mils bei Imst, gefördert von folgenden Organisationen:
Projekt der Gemeinde Mils, gefördert von folgenden Organisationen: