In seinem Mundartgedicht „Dr’huam“ erinnert sich Walter Juen an seine Kindheit und an das Dorfleben in Mils bei Imst vor vielen Jahrzehnten.
Mit viel Wärme und Humor erzählt er von vertrauten Plätzen, von der Arbeit auf den Feldern, von kleinen Streichen und besonderen Erlebnissen. Beim Lesen werden Bilder einer längst vergangenen Zeit wieder lebendig.
Besonders bei der älteren Generation in Mils wird das Gedicht wohl so manche Erinnerung an die eigene Kindheit wachrufen.
Dr’huam
Moch d’Ouga zua und loß Di troga
I mecht D’r epas Schias iaz soga.
Vergiß den Rummel und s’gonz Gneat,
weil’s ohna deim eh besser geat.
So stell D’r vor Du liegsch gonz woach
mittlt in die Hoada – die Fiaß gonz hoach –
zwoa Hummla brumma umadum
und Du beißsch an Großholm krumm.
Vom Bochtlt waht a frisches Liftli
und bringt a würzis Gramatdiftli.
Vo weit aweck heart ma a Fresa
I gloub deis isch bei’s Koschpers gweisa.
Geasch mit ins Prigltol – zum St. Antouni?
Do geits Stuabluama – geal wia Houni!
Deis isch a Procht im Langez –
ach, wenn i kannt – i gang iaz.
Am Sunnaberg – deis konnsch mar glouba
steaht d’Sunna decht am längschta douba.
Guat hundert Metar weitar dunta
hot ma friar Schnatzlstuar gfunda.
Vo deim Platzl gor it weit aweck-
ma kannt soga – glei um’s Egg
hommer kocht im Wichteles Kichali-
i gloub, i fandet heind no hin.
Nia mia im spatere Leiba
hot’s für mi die bessera Zuckerle geiba
als wie am Fuir die Salbergmochta
und toalt mit ochta!
Auf’m Fuader sei mar gkockt – a Liadli pfiffa –
da Madla in die Zepfla griffa –
A Kini hot dargegt an schlechta Sitz –
vom Fuader sigsch in Tschirgantspitz!
Ping, ping – I hon’s olli nou in da Ohra
deis Tengla – dass es besser schneidet beim Koara,
d’r Votar schreit „I kannt enk wirga!“
weil mar ins schua wieder versteckt hoba im Tirgga.
I mecht no amol im Giaßa boda,
a Fuidli mocha – ohna froga,
a poor Erdäpfel und Kolba brota,
sou tata die Junga ou besser grota!
Und spat im Herbscht, wenns neibli isch
die Ernte steaht schua auf’m Tisch
londau londo brennt’s Erdäpflkraut
hot ins oft der Grampus gkaut!
Jo, jo – sou geaht die Zeit dahin
und olls rennt ondersch – lei wohin?
I hoff, er geaht decht au – dr’Souma.
Nocha konnsch vo olta Zeita trouma!
Walter Juen verbrachte in Mils bei Imst seine Kindheit. Später lebte und arbeitete er viele Jahre als Diplom-Grafiker in Wien. Inzwischen ist er im Ruhestand und nach Mils zurückgekehrt – wieder „dr’huam“.












































