Reisen wie vor 200 Jahren entlang der “Via Claudia”

Ein besonderes Reiseerlebnis ist eine Postkutschenfahrt über die Alpen der „Via Claudia“ entlang, von Landsberg am Lech über Reutte, Fernpass, Imst, Landeck, Nauders und weiter über den Reschenpass bis Bozen.

Postkutschenfahrt entlang der Via Claudia

Die Postkutsche: Dem originalgetreuen Nachbau eines Pavillion-Wagens aus dem Jahre 1811 sieht man die zeitgemäße Technik, mit der er ausgestattet ist, nicht an: Scheibenbremsen, Gummibereifung und elektrisches Licht sorgen dafür, dass der Fahrgast von heute weitaus angenehmer reisen kann als ein Reisender von damals. Acht bis zehn Fahrgäste und vier Begleitpersonen finden auf dieser Postkutsche Platz.
Da Mils bei Imst an der geschichtsträchtigen Strecke „Via Claudia Augusta“ dieser Postkutschenfahrt liegt, habe ich als Dorfchronistin mir die Zeit genommen ein Teilstück mit dieser Kutsche mitzufahren, um die Romantik einer solchen Kutschenfahrt zu erleben.
Ich hatte eine Fahrt von Imst nach Landeck gebucht. Am 9.September 2008 um 9.00 Uhr starteten wir bei herrlichem Sommerwetter beim Gasthof Hirschen in Imst. Bereits in der verkehrsgeplagten Kramergasse konnte man erfahren, wie professionell der „Kutscher“ Konrad Schamberger seine vier Pferde hindurchlenkte.
Auf der Strecke über den Weinberg in Richtung „Milser Gstoag“ erlebt man bereits die Romantik einer solchen Kutschenfahrt: Die Hektik des Tages wird in den Hintergrund gedrängt, die Natur wird anders erlebt und man  sieht plötzlich wieder Dinge, die sonst in der Hast des täglichen Lebens nicht mehr wahrgenommen werden. Vorbeifahrende Autos werden als unangenehm und störend empfunden.
Nachdem wir den herrlichen Ausblick vom Milser Gstoag auf den vor uns liegenden Talkessel von Mils genießen konnten und das mittelalterliche Straßenstück „Römerstraße“ passiert hatten, kehrte die mit 14 Personen besetzte Postkutsche bei der Raststätte Trofana ein.

Blick vom Milser Gstoag auf Mils   Bei der Raststätte Trofana   Bei der Raststätte Trofana

Nach einem kurzen Aufenthalt setzte die Kutsche die Fahrt fort, über den Feldweg nach Mils. Dort erwartete uns Herta Neurauter, um den Mitreisenden der Postkutsche ein Schnapsl zu kredenzen.
Ein Höhepunkt war die Fahrt durch Mils. Schulkinder und Lehrpersonen staunten nicht schlecht, als sie eine Postkutsche aus dem dem Jahre 1811 hautnah erleben durften. Kutscher Konrad Schamberger nahm sich die Zeit den Volksschülern interessante Details über die Postkutsche zu erzählen.
Weiter ging es durch den Ort Schönwies in Richtung Kronburg über die „Patscheid“, wo wir ein mittelalterliches Straßenstück besichtigen konnten. Anschließend fuhren wir über Zams nach Landeck. Um 12.00 Uhr mittags dort angekommen verabschiedete ich mich wieder von den Mitreisenden, welche teilweise bis nach Bozen weiterreisten.
Ich war begeistert von dieser Kutschenfahrt. Wie schon erwähnt: Ein besonderes Reiseerlebnis!“

Nachfolgend ein paar Impressionen von dieser Kutschenfahrt:

Auf dem Milser Feldweg   Stopp bei Herta Neurauter   Stärkung mit einem Schnapsl

Postkutsche in Mils   Schulkinder bestaunen Postkutsche   Fragen und Antworten zur Postkutsche

Postkutsche in Mils   Postkutsche näher betrachtet   Weiterfahrt Richtung Schönwies

Postkutschenstopp bei Römerstraße unterhalb Kronburg   Mittelalterliches Straßenstück unterhalb Kronburg   Ankunft in Landeck