Bei einem sommerlichen Spaziergung durch die Milser Au - dem Inn entlang - kann man immer wieder den sogenannten “Stuan-Mandln” begegnen. Diese bewundernswerten “Skulpturen” werden meist von Familien mit Kindern errichtet. Bei dem einen oder anderen “Mandl” kann man sogar ein besonderes künstlerisches Talent des “Baumeisters” erkennen.
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Begegnung mit “Stuan-Mandln” am Inn
Donnerstag, 09. Juli 2009Eisvogelbrutwand in der Milser Au
Donnerstag, 16. April 2009
Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel. Er besiedelt weite Teile Europas, Asien, sowie das westliche Nordafrika. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen.
Mit der Bearbeitung der Revitalisierungsfläche 2 in der Milser Au wurden auch Nistmöglichkeiten für den Eisvogel, den “Vogel des Jahres 2009″, geschaffen.
Der Eisvogel lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Diese sollten von einem ausreichenden Angebot an Sitzwarten und möglichst auch von Gehölzen gesäumt sein. Es werden Flüsse, Bäche, Seen und auch vom Menschen geschaffene Gewässer wie Altwässer, Tümpel, Gräben, Kanäle, Teichanlagen und Abgrabungen genutzt.
Als Brutplätze dienen Steilufer oder große Wurzelteller umgestürzter Bäume mit dicker Erdschicht.
Der Eisvogel hat einen kurzen gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln. Sein Schnabel ist ca. 4 cm lang. Die Oberseite des Gefieders wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis türkisfarben. Auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streif, der besonders beim Abflug auffällt. Eisvögel haben eine Körperlänge von etwa 16 bis 18 cm und wiegen 35 g bis 40 g. Die Flügelspannweite beträgt etwa 25 cm.
Die nachfolgenden Bilder zeigen den Ablauf der soeben künstlich gebauten Eisvogelbrutwand unmittelbar am Uferbereich des Inns in der Milser Au (bei der Absenkfläche 2).
Nach der Fertigstellung dieser Brutwand wurden an der Frontseite Löcher gebohrt, hinter welchen der Eisvogel selbst Röhren weitergraben kann oder bereits vorbereitete Niströhren aus Holzbeton vorfindet.
Die Wand alleine genügt natürlich nicht, er muss auch genügend Nahrung vorfinden. Deshalb wird noch geplant, wie die Nahrungssituation verbessert werden kann. Denkbar ist zum Beispiel die Stärkung der Kleinfischpopulation, damit auch die Bruten gut aufkommen können. Diese künstlich geschaffenen Brutwände können übrigens auch von Uferschwalben besiedelt werden.
Die Eisvogel-Fotos und der Projektbericht wurden von Mag. Anton Vorauer vom Land Tirol, Abt. Umweltschutz zur Verfügung gestellt.
Revitalisierung Milser Au – 2009, Projektphase 2
Montag, 06. April 2009Auf Mils im Bild wurde bereits im November 2007 über den Start der Revitalisierung der Milser Au berichtet. In der Zwischenzeit wurde die Projektphase 1 abgeschlossen. Seit Februar 2009 wird nun an Projektphase 2 gearbeitet.

Foto: © Orthofoto, genehmigt durch Land Tirol
Der folgende Bericht über die Absenkfläche 2 in der Milser Au wurde von Projektkoordinator DI Andreas Pohl und Ing. Albuin Neuner von der Bezirksforstinspektion verfasst und zur Verfügung gestellt.
Nach dem Abschluss der Arbeiten bei der Absenkfläche 1 im Frühjahr 2008 ist zwischenzeitlich schon wieder einiges an Arbeiten in der Milser Au durchgeführt worden. Die Überschwemmungen im Mai 2008 waren für die Betreiber des Projektes eine wichtige Erfahrung für die weiteren Maßnahmenumsetzung im Auwaldgebiet.
Während der Sommermonate 2008 hat man sich intensiv mit der Entwicklung in der Absenkfläche beschäftigt. Insbesondere des Wachstum der sich natürlich einstellenden Pflanzengesellschaft wurde kritisch beobachtet. So wurden laufend Kontrollen durchgeführt, ob sich nicht schnell wuchernde Pflanzen, so genannte “Neophyten”, auf der Absenkfläche ausbreiten. Damit diese Pflanzen nicht dominant werden, war es notwendig, diese sofort mechanisch zu entfernen, um den heimischen Auwald-Pflanzen ihren Platz zu sichern.
Im Winter 2009 haben nun auch die Arbeiten auf der Absenkfläche 2 begonnen, welche aufgrund mehrer Umstände der eigentlich für dieses Jahr vorgesehenen Bearbeitungsfläche 3 vorgezogen wurden. Der Hauptgrund für diese Änderung in der Maßnahmenverwirklichung war die notwendige Grundlagenerhebung und Abstimmung der weiteren Vorgangsweise mit der Altablagerungsfläche “Untere Au”. Die diesbezüglichen Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.
Für die mittlere Absenkfläche, welche derzeit bearbeitet wird, wurde bereits bei der Projektausarbeitung der Schwerpunkt auf den Tierschutz und dabei insbesondere auf die Brut- und Nistplätze für seltene Vogelarten gelegt. Die Errichtung von Nistmöglichkeiten für den Eisvogel in so genannten “Eisvogelwänden”, Totholzanhäufungen und vieles mehr sollen hier den Tieren des Auwaldes ein neues Zuhause geben.
Aufgrund der Erfahrung aus dem Hochwasser im Mai 2008 hat man auch leichte Korrekturen bei der Ausgestaltung der Maßnahmenfläche getroffen. Die Abänderungen wurden auch behördlich verhandelt. Im Zuge dieser Umplanung wurden auch zwei weitere Kleinflächen in die Projektsmaßnahmen aufgenommen, welche im nördlichen Bereich der Au liegen.
Dem interessierten Beobachter wird in den letzten Jahren bereits aufgefallen sein, dass jener Bereich der Au, welcher jetzt bearbeitet wurde, von großen Absterbeerscheinungen geprägt waren. Es wird auch bei diesen Flächen vermutet, dass der Vitalitätsverlust der Grauerle mit dem Grundwasserstand und dessen Veränderung zusammen hängt.
Ziel ist es, durch die “Absenkung” genaue Aufschlüsse darüber zu bekommen, ob und wie stark sich die Maßnahmen auf die Vitalität der Grauerlen in weiterer Entfernung vom Inn auswirken. Beide Flächen können als “Versuchsflächen” eingestuft werden, um Erkenntnisse über mögliche weitere Revitalisierungsmaßnahmen in der Au zu erhalten.
Im Frühjahr 2009 ist auch die Aufforstung der westlichen Absenkfläche geplant. Dies soll unter Einbindung der Volksschule erfolgen.
Alle Verantwortlichen hoffen, dass dieses Jahr die Bewährungsprobe für die Absenkflächen einige Zeit auf sich warten lässt und nicht wie im vergangenen Sommer unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten ein großes Hochwasserereignis ins Land zieht.
Die nachfolgenden Bilder zeigen die Bearbeitung der Revitalisierungsfläche 2 von Beginn bis zur Fertigstellung. Projektkoordinator DI Andreas Pohl, Ing. Albuin Neuner und Agrarobmann Hartmut Neurauter kontrollierten die Arbeitsfortschritte mit entsprechender Sorgfalt.
Zusätzlich wurden von Waldaufseher Mathias Schnegg Weidesetzlinge entlang der orographisch linken Seite des Inns eingepflanzt. Die schnellwachsenden Weiden verfestigen den Boden rasch mit Wurzeln und verhindern dadurch Erosionen bei Hochwasser.
Vogelkundliche Exkursion in der Milser Au
Samstag, 31. Mai 2008Zu einer spannenden Exkursion in die Vogelwelt der Milser Au wurde am 31. Mai 2008 eingeladen. Unter fachkundiger Führung von Mag. Anton Vorauer und Katharina Peer von BIRDLIFE und WWF nahmen interessierte Milserinnen und Milser daran teil.
Herr Vorauer, Schutzgebietsbetreuer des WWF Tirol, informierte auch die Teilnehmer über die Einbindung des WWF im Revitalisierungsprogramm Milser Au.
Anschließend wurde den Teilnehmern die Vogelwelt des bedeutenden Lebensraumes “Milser Au” näher gebracht.
Die beeindruckende Artenvielfalt, die verschiedenen Lebensweisen und die ökologischen Zusammenhänge wurden anschaulich und verständlich erklärt. Während zB Flussläufer und Flussregenpfeifer Schotterbänke als Lebensraum brauchen, benötigt der Neuntöter trockene und mit Büschen bewachsene Windwurfflächen.
Im Milser Auwald sind folgende Vogelarten beheimatet: Mönchsgrasmücke, Kohlmeise, Buchfink, Amsel, Singdrossel, Grauschnäpper, Schwanzmeise, Grünfink, Buntspecht, Tannenmeise, Rotkehlchen und Zilpzalp.
Bei dieser Wanderung durch die Milser Au konnten verschiedenste Vogelarten gesichtet werden: Buchfink, Kohlmeise, Neuntöter, Grauschnäpper, Buntspecht, Rotkehlchen, Felsenschwalben, …
Die hier abgebildeten Vogelarten konnten an diesem Tag leider nicht beobachtet werden.
Die Abbildungen sind diesem Buch entnommen:
“Der Kosmos – Vogelführer. Die Vögel Deutschlands und Europas”,
von Bertel Bruun, Hakan Delin, Lars Svensson.
Start zum Projekt “Revitalisierung Milser Au”
Samstag, 10. November 2007Sachverhalt: Der Grundwasserhaushalt der Milser Au hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund verschiedenster menschlicher Eingriffe stark verändert. Eine zunehmende Verkarstung des Auwaldes war die Folge. Die Agrargemeinschaft unter Obmann Hartmut Neurauter und die Gemeinde Mils bei Imst vertreten durch Bürgermeister Ing. Gebhard Moser erkannten darin einen dringenden Handlungsbedarf.
Bei der Projektsplanung “Revitalisierung Milser Au” wurden unter Einbindung sämtlicher Interessensgruppen folgende Maßnahmen ausgearbeitet:

Foto: © Orthofoto, genehmigt durch Land Tirol
Absenkung des Au-Oberbodens im Bereich der innnahen Flächen, damit der wichtige Grundwasserspiegel in erreichbarer Tiefe für die Milser Grauerlenau wieder gegeben ist. Im Zuge dieser Maßnahmen, die sich über mehrjährige Projektphasen erstrecken, wird weiters am landseitigen Rand der obersten Absenkfläche wieder ein Hochwasserschutzdamm errichtet, wodurch der Hochwasserschutz für die Siedlung Mils Au wesentlich verbessert wird.
Quelle: Forstfachliches Statement vom 09.11.2007
Im Beisein von Landesrat Mag. Hannes Bodner, Bezirkshauptmann Dr. Raimund Waldner, Vorstandsdirektor Dr. Bruno Wallnöfer, dem Obmann der Agrargemeinschaft Hartmut Neurauter und dem Bürgermeister Ing. Gebhard Moser, sowie durch Vertreter der Interessensgruppen, erfolgte am Freitag, den 09. November 2007 der Spatenstich zum Projekt “Revitalisierung Milser Au”.
Die Projektpräsentation für alle Anwesenden musste jedoch durch den etwas verfrühten Wintereinbruch ins Foyer des Gemeindehauses verlegt werden.
Mit den Arbeiten der 1. Projektphase – Absenkung einer Fläche von 2,6 ha - wird am Montag den 12. November 2007 begonnen.






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