Das „Wichteles Küchele“

Am Wandfuß des „Wichteles Küchele Kopf’s“ (großer Felskopf) befindet sich eine kleine rußbehaftete Höhle. Es ist das – vermutlich jedem Einwohner in Mils bei Imst bekannte – „Wichteles Küchele“.

Warum diese Höhle so genannt wird, weiß in Mils niemand. Daher dürfte diese Bezeichnung schon alt sein. Unter  „Wichtel“ versteht man in der Regel kleine Phantasiegeschöpfe, die in verschiedenen Sagen Gutes tun. „Wichtel“ brauchen auch Orte um zu Kochen und deshalb wurde diese besagte Höhle als „Wichteles Küchele“ benannt. Das ist natürlich alles mythologisch zu deuten.

Wie es früher war:
Das „Wichteles Küchele“ war in mancher Hinsicht für die Milser Dorfjugend ein besonderer Platz. An erster Stelle stand das begehrte „Zuckerlen-machen“ im Inneren der Höhle. Der oft heimlich von zu Hause mitgenommene Zucker wurde bei einem kleinen Feuer in einer Eisenpfanne erhitzt und mit etwas Milch verrührt und daraus „Zuckerlen“ gemacht. Es wird erzählt, dass einige Buben beim Ziegenhüten am „Sunnaberg“ die Ziegen molken und die Milch mit Zucker zur süßen Köstlichkeit verarbeiteten.Weiters wird erzählt, dass auch das „Wichteles Küchele“ Treffpunkt für Verliebte war. Im zweiten Weltkrieg hatte das „Wichteles Küchele“ auch eine gewisse Schutzfunktion. So manche Mutter mit Kindern flüchtete dorthin, wenn Fliegeralarm sich ankündigte.

In unserer schnelllebigen Zeit ist das „Wichteles Küchele“ fast in Vergessenheit geraten. Kürzlich hat nun Herbert Praxmarer mit Helfern beim „Wichteles Küchele“ eine Sitzbank und einen Tisch aufgestellt, welche zum Verweilen einladen. Zudem hat Herbert Wichtelfiguren und den Namen „Wichteles Küchele“ an der Felswand angebracht.

Bilder wurden von Thomas Thurner zur Verfügung gestellt.