Weitere Biber in Mils bei Imst gesichtet

Der Biber wurde vor ca. 200 Jahren bei uns ausgerottet. Jedoch kehrt dieser nun wieder in seine frühere Heimat zurück.
Wie schon im Juni berichtet, konnte der erste Biber im Mai 2016 bei der Revitalisierungsfläche in der Milser Au, in Ufernähe zum Inn, beobachtet werden. Vermutlich bedingt durch den niederen Wasserstand bei den Tümpeln der Revitalisierungsfläche wurde nun seit längerer Zeit dort keine „Biberaktivität“ mehr beobachtet. Doch irgendwohin musste der Biber doch gewandert sein?
Es dauerte nicht lange, da entdeckte man im Oktober neue Biberspuren im Gießen in der Nähe der Autobahnraststätte Trofana Tyrol. Etliche Bäume wurden vom Biber angenagt und mussten von der Autobahnmeisterei gefällt werden, um den Autoverkehr nicht zu gefährden.
Ein Biber ernährt sich im Sommer vorwiegend von Wasserpflanzen. Jedoch im Herbst stellt er seine  Ernährung um: Statt Wasserpflanzen stehen dann vermehrt Hölzer auf seinem Speiseplan. Da der Biber keinen Winterschlaf hält, ernährt er sich vor allem von Rinde und Knospen der Bäume. Seine bevorzugte Nahrung sind Pappeln, Esche und verschiedene Weiden.
Bei einer Begehung mit der Biberbeauftragten des Landes Tirol, Mag. Monika Eder-Trenkwalder, dem Waldaufseher Mathias Schnegg und dem Gemeindearbeiter Gregor Praxmarer konnte mittels einer Nachtbildkamera festgestellt werden, dass sich nun drei Biber im Gießen einen neuen Lebensraum erobert haben.
Zum Teil zählen die Biber auch die Verrohrung des Gießenbaches zu ihren Lebensraum. Da der Durchfluss des Gießens aber gewährleistet sein muss, werden die Biberaktivitäten in diesem Bereich von Waldaufseher und Gemeindearbeiter regelmäßig kontrolliert.
Der Biber steht nach europäischem und Tiroler Naturschutzgesetz unter Schutz. Es ist verboten, Biber absichtlich zu stören, zu jagen, zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Es ist der gesamte Lebensraum als Fortpflanzungs- und Ruhestätte samt Bau und Dämmen zu schützen. Wo Biber am Werk sind, entstehen neue und vielfältige Lebensräume für andere Tiere und Pflanzen.

Im Anschluss Fotos und eine Nachtbildaufnahme (Video) von unseren Bibern: