Aus der Geschichte von Mils: Via Claudia

Jeder in Mils kennt wahrscheinlich das „Milser Dorfbuch“, welches 1991 herausgegeben wurde und die Geschichte von Mils dokumentiert.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich im Rahmen meiner Dorfchronikarbeit zum Teil sehr altes Bildmaterial über Mils gesammelt. Mit diesen Bildern möchte ich verschiedene Auszüge aus der Geschichte von Mils bei Imst hervorheben und hin und wieder einen Beitrag auf meiner Homepage Mils im Bild veröffentlichen. Der begleitende Text, eine geschichtliche Zusammenfassung, wurde von Prof. Mag. Peter Juen verfasst und zur Verfügung gestellt.

Mils an der „Via Claudia“

Lageplan Mils von ca. 1830, aufgefunden im Baubezirksamt Imst.

Der Ort Mils bei Imst ist geprägt von der Straßenführung der Via Claudia, die von der Adria nach Augsburg führte. Erbaut wurde sie 50 n. Chr. als Heeresstraße zur Grenze des Römischen Reiches. Bald wurde sie Handelsweg zwischen dem oberitalischen Raum und Germanien. Die mittelalterliche Straße folgte ihrem Verlauf. Das Straßenstück am „Milser Gstoag“ belegt diese Annahme. Vorspanndienste waren notwendig, um die Steigungen in Lasalt und am „Gstoag“ zu bewältigen. Gasthäuser und Pferdestallungen wurden eingerichtet, um die Reisenden zu betreuen. Häuser an der Straße waren die Folge. Landwirtschaft und Vorspanndienste in der Talweitung brachten Wohlstand und förderten die Selbstständigkeit.

'Milser Gstoag', im Hintergrund Mils und Schönwies. Aquarell des englischen Wandermalers W. Brockedon (1787 - 1854). Von der Galerie 'zum alten Ötztal' zur Verfügung gestellt.   Milser Gstoag, Bild von 1927 aus dem Buch von Leo Feist: Vom Saumpfad zur Tiroler Autobahn   Eines des ersten Postautos um ca. 1933 auf dem Weg nach Lasalt.

Der Entwicklung eines Dorfes kam das milde Klima im Talkessel zugute, geschützt vom Milsberg und der Au. Natürliche Grenzen bilden der Larsennbach mit seinem Schuttkegel und der Inn mit dem Uferbau, der der Bevölkerung alles abverlangte. Es galt, die Au vor Überschwemmungen zu schützen, um sie als Weide, zur Holzbringung und zur Streunützung zu erhalten.

Statistik:
Im Jahre 1911 zählte Mils 135 Einwohner, 67 überwinterte Kühe
und 118 Schafe.

Alte Ansicht von Mils, ca. 1930, Fotograf unbekannt   Radfahrer auf der neuen Bundesstraße, vermutlich um ca. 1948   Milser Talkessel, ca. 1960, Foto: Mathis

Milser Schulkinder “restaurieren” Unterführung

Vor genau 12 Jahren bemalten die Schulkinder von Mils unter der Leitung von VD Oswald Jäger und Einbindung der Imster Künstlerin Dora Cell die Bundesstraßen-Unterführung, die Wegverbindung zum Dorfteil Mils Au.
Natürlich „nagt“ der Zahn der Zeit auch an solchen Kunstwerken und es bedarf einer „Restaurierung“.
Die Kinder der Volksschule Mils bei Imst unter der Leitung von VD Simone Weber-Grissemann haben nun die Fassaden der Bundesstraßen-Unterführung wieder neu gestaltet. Ein gelungenes Kunstwerk, wie man sieht:

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… vielleicht ein Grund mehr wieder öfters die Unterführung zu benutzen anstatt die gefährliche Bundesstraße direkt zu überqueren.

Weitere Bilder des Projektes findet man auf der Homepage der Schule:  www.vs-mils-imst.schulweb.at

Milser Bürgermeister kämpfte um EM-Titel

Den Milsern ist allgemein bekannt, dass ihr Bürgermeister Gebhard Moser sehr wohl ein sportlicher Typ ist, aber dass er bei der „Fussball-Europameisterschaft der Bürgermeister“ erfolgreich teilgenommen hat, das dürfte nur den Wenigsten in Mils bei Imst bekannt sein.
Vom 28. Mai bis zum 1. Juni 2008 kämpften insgesamt rund 120 Bürgermeister aus sieben europäischen Nationen in St. Johann im Pongau um den Titel des „Fussball-Europameisters der Bürgermeister“. Vertanstalter dieser zum erstenmal durchgeführten Fußballeuropameisterschaft der Bürgermeister war der Österreichische Gemeindebund. 
Nach einem zweitägigen intensiven Trainingsprogramm ging es zur Sache.  

Die teilnehmenden Mannschaften waren:
Albanien, Deutschland, Polen, Slowenien, Italien -Südtirol, Ukraine und Österreich.

Österreich war mit zwei Fussballteams bei dieser Europameisterschaft der Bürgermeister vertreten. Fünf der sportlichen Bürgermeister (Gebhard Moser aus Mils bei Imst, Helmut Margreiter aus Steinberg, Otto Mauracher aus Buch bei Jenbach, Gerald Schaber aus Obsteig und Franz Gallop aus Stams) kamen aus Tirol und spielten im Österreichischen Team-2. Bürgermeister Gebhard Moser wurde darüber hinaus als Kapitän in das Team-2 berufen.
Das spannende und sportlich hochwertige Turnier begeisterte Zuschauer wie Teilnehmer. Die österreichischen Mannschaften Team-1 und Team-2 landeten im Endklassement im guten Mittelfeld. Gratulation! Mils bei Imst kann stolz auf seinen sportlichen Bürgermeister sein.
Viele Bürgermeister nützten bei dieser Meisterschaft auch die Gelegenheit wertvolle internationale Kontakte zu Amtskollegen aus anderen Ländern zu knüpfen. Ein wunderbares Beispiel für den gelebten europäischen Gedanken.

Ergebnis der Meisterschaft:
1. Platz: Deutschland (Europameister)
2. Platz: Italien
3. Platz: Ukraine
4. Platz: Albanien
5. Platz: Österreich Team-1
6. Platz: Österreich Team-2 (Kapitän Gebhard Moser)
7. Platz: Slowenien
8. Platz: Polen
9. Platz: Südtirol

Die nachfolgenden Fotos dokumentieren Ausschnitte aus der „Europameisterschaft der Bürgermeister“:

Auftakt zur ersten Fußball-EM der Bürgermeister   Intensives Training für die EM der Bürgermeister 2008   Einzug der teilnehmenden Mannschaften

Einzug der Österreichischen Mannschaft   Eröffnungsfeier   Eröffnungsfeier

Fahnen der teilnehmenden Länder   Die Tiroler Bürgermeister: Margreiter, Gallop, Schaber, Mauracher und Moser   Einschwörung vor dem ersten Spiel

Kapitän Gebhard Moser in Action   Kapitän Gebhard Moser in vollem Einsatz   Gebhard beim Elfmeterschießen

Vor dem Anstoß gegen Deutschland   Die 5 Tiroler Bürgermeister   Team-2 der Österreichischen Mannschaften

Österr. Team-2 mit Gebhard Moser in der Vorrunde   Die beiden Österreichischen Mannschaften   ... bei der Siegerehrung 

Die Fotos wurden vom Österreichischen Gemeindebund zur Verfügung gestellt.

Wertschätzung des Ehrenamtes

„Das Ehrenamt ist unbezahlbar und unverzichtbar“,
  so Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa.

Ehrung der Vereinsobleute Edith Jäger und Bruno Schlierenzauer

Im Mehrzwecksaal von Tarrenz fand am 15. Mai 2008 eine Feierlichkeit zur Ehrung langjähriger Vereinsobleute statt. Auch aus der Gemeinde Mils bei Imst wurden zwei verdiente Vereinsobleute für ihre hervorragenden Verdienste um das Vereinswesen geehrt.
Die „Vereinsehrennadel in Gold“ wurde verliehen an:
Edith Jäger, für 22 Jahre Leitung der öffentlichen Bücherei und an
Bruno Schlierenzauer, für 14 Jahre Obmann des Obst- und Gartenbauvereines in Mils bei Imst. Herzliche Gratulation.