Mehr Sicherheit für Fußgänger in Mils bei Imst.

Beleuchteter Bundesstraßenübergang bringt mehr Sicherheit für Fußgänger
Auf Initiative der Gemeinde Mils bei Imst ist nun seit 25. Juli 2008 der Fußgänger-Übergang bei der unteren Bushaltestelle beleuchtet. Der Großteil der Investition wurde von der Gemeinde Mils getragen.

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Der Übergang wird nun von den Autofahrern besser als solcher erkannt und bietet dadurch mehr Sicherheit für die Fußgänger.

Aus der Geschichte von Mils b.Imst: Gewässer

Der Larsennbach. 

Der Larsennbach bildet die Grenze zwischen den Gemeinden Mils und Schönwies, sowie die Bezirksgrenze zwischen Imst und Landeck. Auf seinem Geschiebe hat sich der Ort Mils bei Imst entwickelt, er wurde aber auch oft von Vermurungen und Überschwemmungen durch den Larsennbach bedroht.
Im Milser Dorfbuch wird ausführlich über Katastrophenereignisse durch den Larsennbach berichtet. Die schwerste Vermurung ereignete sich jedoch im Jahre 1933. Im Grieshaus wurden Sägewerk, Mühle, Kraftwerk und ein Wohnhaus versandet und teilweise zerstört. Auf Milser Seite wurden die Tischlerei- und Zementwarenwerkstätte sowie Stallungen  teilweise zerstört und die Obstgärten mit einer 1 Meter hohen Schotterschicht bedeckt. Außerdem wurden 2 ha Acker- und Grasland verschlammt. 16 Tage lang wurde das Bachbett mit Geschiebe angefüllt.

Larsennbach, Vermurung 1933   Larsennbach, Vermurung 1933   Larsennbach, Vermurung 1933

Die systematische Verbauung des Larsennbaches und zusätzliche Uferschutzbauten am Inn führten allmählich zur Sicherheit der angrenzenden Häuser und Kulturen. Vom Steinbruch am Weg nach Lasalt wurden um 1939/1940 unter schwierigsten Arbeitsbedingungen Gesteinsmaterial abgebaut. Dieses wurde bei kalter Jahreszeit mit Holzschlitten zu den Uferschutzbauten am Larsennbach und am Inn befördert.
Unter welchen Voraussetzungen diese Schutzbauten zur damaligen Zeit durchgeführt wurden, möchte ich mit den nachfolgenden historischen Fotos dokumentieren, welche mir von der Wildbach- und Lawinenverbauung Imst zur Verfügung gestellt wurden.

Am Steinbruch   Abtransport des Materials   Arbeiten beim Steinbruch

Errichtung des Uferschutzes   Uferschutzbauten am Inn   Bau der Milser Innbrücke 1936/1937

Holzpiloten 
Zeitzeugen der Milser Arbeitswelt zur Ufersicherung.

Vertikal in den Erdboden gerammte Baumstämme nennt man „Piloten“. Sie dienten in alter Zeit als Stützen von Brücken und Pfahlbauten. Solche „Piloten“ wurden aber auch zur Ufersicherung an Flüssen und Wildbächen verwendet.
Mils wurde immer wieder von Hochwasser und Geröll durch den Larsennbach bedroht. Als Schutz gegen Verwüstung und Schotterführung rammte man vor allem im vorigen Jahrhundert Holzpiloten an den Ufern des Baches ein. Dafür wurde folgende Technik angewandt: Die Piloten standen in der Mitte eines einfachen Holzgerüsts mit oben angebrachtem Laufrad, über das ein von den Arbeitern gezogenes Hanfseil lief. An ihm hing der Rammbock (die „Katze“). Er wurde hochgezogen, losgelassen, sauste dann auf den „Piloten“ nieder und trieb ihn so ruckweise in den schotterigen Untergrund.

Pilotenschlagen im Larsennbach    Arbeitsweise beim Pilotenschlagen    Original Piloten

Beim Pilotenschlagen im Larsennbach   Pilotenreihe am Bachufer   Eingerammte Piloten zur Ufersicherung

Das von Arbeitern händisch ausgeführte „Piloten-Schlagen“ folgte einem Ritual. Es gab hierfür auch die typischen „Pilotenschlager-Lieder“ die den Arbeitsrythmus bestimmten.
Alle als Piloten verwendeten Baumstämme waren an einem Ende zugespitzt und von einem Stahlmantel, einem sogenannten „Pilotenschuh“, umgeben. Diese Pilotenschuhe wurden in der Dorfschmiede hergestellt. Neben stählernen Vollmantelschuhen gab es auch offene, nur aus Stahlschienen („Laschen“) bestehenden Halbschuhe, die eine kompakte Stahlspitze trugen. 
Diese Holzpiloten waren ein wichtiger Teil der Schutzmaßnahmen, die unser Dorf vor großem Unheil schützten.

Aus der Geschichte von Mils: Via Claudia

Jeder in Mils kennt wahrscheinlich das „Milser Dorfbuch“, welches 1991 herausgegeben wurde und die Geschichte von Mils dokumentiert.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich im Rahmen meiner Dorfchronikarbeit zum Teil sehr altes Bildmaterial über Mils gesammelt. Mit diesen Bildern möchte ich verschiedene Auszüge aus der Geschichte von Mils bei Imst hervorheben und hin und wieder einen Beitrag auf meiner Homepage Mils im Bild veröffentlichen. Der begleitende Text, eine geschichtliche Zusammenfassung, wurde von Prof. Mag. Peter Juen verfasst und zur Verfügung gestellt.

Mils an der „Via Claudia“

Lageplan Mils von ca. 1830, aufgefunden im Baubezirksamt Imst.

Der Ort Mils bei Imst ist geprägt von der Straßenführung der Via Claudia, die von der Adria nach Augsburg führte. Erbaut wurde sie 50 n. Chr. als Heeresstraße zur Grenze des Römischen Reiches. Bald wurde sie Handelsweg zwischen dem oberitalischen Raum und Germanien. Die mittelalterliche Straße folgte ihrem Verlauf. Das Straßenstück am „Milser Gstoag“ belegt diese Annahme. Vorspanndienste waren notwendig, um die Steigungen in Lasalt und am „Gstoag“ zu bewältigen. Gasthäuser und Pferdestallungen wurden eingerichtet, um die Reisenden zu betreuen. Häuser an der Straße waren die Folge. Landwirtschaft und Vorspanndienste in der Talweitung brachten Wohlstand und förderten die Selbstständigkeit.

'Milser Gstoag', im Hintergrund Mils und Schönwies. Aquarell des englischen Wandermalers W. Brockedon (1787 - 1854). Von der Galerie 'zum alten Ötztal' zur Verfügung gestellt.   Milser Gstoag, Bild von 1927 aus dem Buch von Leo Feist: Vom Saumpfad zur Tiroler Autobahn   Eines des ersten Postautos um ca. 1933 auf dem Weg nach Lasalt.

Der Entwicklung eines Dorfes kam das milde Klima im Talkessel zugute, geschützt vom Milsberg und der Au. Natürliche Grenzen bilden der Larsennbach mit seinem Schuttkegel und der Inn mit dem Uferbau, der der Bevölkerung alles abverlangte. Es galt, die Au vor Überschwemmungen zu schützen, um sie als Weide, zur Holzbringung und zur Streunützung zu erhalten.

Statistik:
Im Jahre 1911 zählte Mils 135 Einwohner, 67 überwinterte Kühe
und 118 Schafe.

Alte Ansicht von Mils, ca. 1930, Fotograf unbekannt   Radfahrer auf der neuen Bundesstraße, vermutlich um ca. 1948   Milser Talkessel, ca. 1960, Foto: Mathis

Milser Schulkinder “restaurieren” Unterführung

Vor genau 12 Jahren bemalten die Schulkinder von Mils unter der Leitung von VD Oswald Jäger und Einbindung der Imster Künstlerin Dora Cell die Bundesstraßen-Unterführung, die Wegverbindung zum Dorfteil Mils Au.
Natürlich „nagt“ der Zahn der Zeit auch an solchen Kunstwerken und es bedarf einer „Restaurierung“.
Die Kinder der Volksschule Mils bei Imst unter der Leitung von VD Simone Weber-Grissemann haben nun die Fassaden der Bundesstraßen-Unterführung wieder neu gestaltet. Ein gelungenes Kunstwerk, wie man sieht:

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… vielleicht ein Grund mehr wieder öfters die Unterführung zu benutzen anstatt die gefährliche Bundesstraße direkt zu überqueren.

Weitere Bilder des Projektes findet man auf der Homepage der Schule:  www.vs-mils-imst.schulweb.at